Halde Großes Holz in Bergkamen fotografieren
Weite Landschaft und ein blauer Lichtstrahl über Bergkamen
Manche Orte kennt man lange, bevor man sie wirklich besucht. Die Halde Großes Holz in Bergkamen gehört für mich genau in diese Kategorie.
Wenn man abends auf der A2 unterwegs ist, sieht man manchmal einen schmalen blauen Lichtstrahl am Himmel. Er scheint aus der Landschaft aufzusteigen, fast wie ein Signal aus der Ferne. Dieser Lichtstrahl gehört zu der Lichtinstallation auf der Halde Großes Holz.
Ich habe ihn über die Jahre oft gesehen – und trotzdem bin ich erstaunlich lange nie dort gewesen, obwohl die Halde gar nicht weit von meinem Wohnort entfernt liegt.
Erst vor kurzem hat mich ein sonniger Vorfrühlingstag schließlich dorthin geführt.
Der Weg nach oben
Der Aufstieg beginnt am Fuß der Halde und führt über einen geschwungenen Weg langsam nach oben. Die Serpentinen ziehen sich in sanften Kurven durch die Landschaft und gewinnen dabei Schritt für Schritt an Höhe.
Der Weg ist breit und angenehm zu gehen. Es ist kein anstrengender Aufstieg, eher ein ruhiges Hinaufwandern. Man hat Zeit, stehen zu bleiben, sich umzusehen und die Perspektiven zu wechseln.
Zwischendurch führen auch Treppenstücke weiter nach oben. Eine davon bin ich ebenfalls gegangen, bevor sich der Weg wieder in die langen Bögen der Serpentinen einfügt.
Schon während des Aufstiegs dachte ich, dass dieser Weg im Frühling besonders reizvoll sein muss. Wenn alles blüht und die Vegetation wieder Farbe bekommt, dürfte die Halde eine ganz andere Atmosphäre haben.
Fotografisch stelle ich mir das sehr spannend vor. Die Wege, die sich durch die Landschaft ziehen, könnten dann von frischem Grün und blühenden Pflanzen eingerahmt sein.
Bei meinem Besuch war es allerdings noch etwas zu früh im Jahr. Die Vegetation wirkte noch zurückhaltend, fast ein wenig karg. Trotzdem hatte der Weg seinen eigenen Reiz – gerade weil die Landschaft noch so offen wirkte.
Immer wieder taucht der Gipfel der Halde zwischen den Bäumen auf. Und irgendwann erkennt man auch die schlanke Form der Lichtinstallation, die oben auf dem Plateau steht.
Weite über dem Ruhrgebiet
Oben angekommen verändert sich die Perspektive plötzlich.
Die Halde Großes Holz gehört zu den größeren Halden der Region, und das merkt man sofort. Von der sogenannten Adener Höhe öffnet sich ein beeindruckender Rundumblick.
Die Landschaft breitet sich in alle Richtungen aus – Städte, Industrieanlagen, Wälder und Felder. Aus dieser Perspektive wirkt das Ruhrgebiet erstaunlich weit und ruhig.
Man erkennt Straßen, die sich durch die Landschaft ziehen, Wohngebiete am Horizont und immer wieder industrielle Strukturen, die an die Geschichte der Region erinnern.
Gleichzeitig gibt es viel Himmel über dieser Landschaft. Gerade das macht diesen Ort fotografisch interessant.
Der Blick schweift automatisch in die Ferne. Es ist eine dieser Aussichten, bei denen man automatisch stehen bleibt und sich Zeit nimmt.
Die Lichtinstallation auf dem Gipfel
Auf dem Plateau steht die Lichtskulptur „Impuls“, ein schlanker Stahlkörper, aus dem nachts der bekannte blaue Lichtstrahl in den Himmel steigt.
Am Tag wirkt die Installation fast zurückhaltend. Keine spektakuläre Architektur wie wir sie etwa auf der Halde an der Beckstraße in Bottrop oder der Halde Rungenberg finden, keine monumentale Konstruktion – eher eine ruhige, klare Form.
Gerade diese Schlichtheit macht für mich den Reiz aus. Das Kunstwerk steht auf dem Gipfel wie ein minimalistischer Akzent in der Landschaft.
Wenn man sich um die Skulptur herum bewegt, verändert sich ihre Wirkung immer wieder leicht. Mal steht sie frei vor dem Himmel, mal verbindet sie sich mit der Landschaft im Hintergrund.
Fotografisch lassen sich daraus sehr ruhige, reduzierte Bilder entwickeln.
Fotografieren auf der Halde
Für meinen Besuch hatte ich meine Leica M11 dabei. Dazu Objektive im Bereich zwischen 15 und 35 Millimetern. Mehr braucht man auf der Halde eigentlich nicht.
Die offenen Flächen, der weite Himmel und die klare Form der Skulptur funktionieren besonders gut mit Weitwinkelbrennweiten. Die Linien der Wege und die Weite der Landschaft lassen sich damit gut in die Bildgestaltung einbeziehen.
Gerade mit sehr kurzen Brennweiten entstehen interessante Perspektiven. Die Skulptur wirkt dann fast filigran vor dem großen Himmel.
Auch die Wege, die zum Gipfel führen, bieten immer wieder Möglichkeiten für grafische Kompositionen. Linien, Kurven und kleine Höhenunterschiede lassen sich gut in die Bildgestaltung einbauen.
Teleobjektive habe ich an diesem Ort nicht vermisst. Die Motive entstehen eher aus der Kombination von Landschaft, Himmel und der minimalistischen Struktur des Kunstwerks.
Eine ruhige Halde
Im Vergleich zu einigen anderen Halden im Ruhrgebiet wirkt die Halde Großes Holz erstaunlich ruhig.
Vielleicht liegt es an ihrer Weite, vielleicht auch daran, dass sie weniger spektakulär inszeniert ist als andere Orte der Industriekultur.
Gerade deshalb hat sie ihren eigenen Charakter. Man hat Platz, um sich umzusehen, Motive zu suchen und die Landschaft auf sich wirken zu lassen.
Während meines Besuchs waren nur wenige Menschen unterwegs. Manche spazierten über das Plateau, andere standen einfach nur da und schauten in die Landschaft.
Es ist ein Ort, an dem man leicht ein wenig Zeit verliert.
Mein Fazit
Die Halde Großes Holz ist kein Ort der großen Inszenierung. Und vielleicht liegt genau darin ihre Stärke.
Der ruhige Aufstieg, die weite Landschaft und die schlichte Lichtinstallation auf dem Gipfel schaffen eine Atmosphäre, die fast gelassen wirkt.
Ich habe mich während meines Besuchs mehrmals dabei ertappt, einfach stehen zu bleiben und nur zu schauen.
Und jedes Mal, wenn ich jetzt abends auf der A2 unterwegs bin und den blauen Lichtstrahl am Himmel sehe, weiß ich genau, wo er herkommt.
Fototipps für die Halde Großes Holz
Beste Tageszeit
Am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang wirkt die Landschaft besonders stimmungsvoll. Das warme Licht legt sich dann über das Ruhrgebiet und betont die weiten Strukturen der Landschaft.
Auch die blaue Stunde kann interessant sein, wenn die Lichtinstallation „Impuls“ beginnt zu leuchten und der bekannte blaue Lichtstrahl in den Himmel steigt.
Geeignete Brennweiten
Auf der Halde funktionieren Weitwinkelobjektive besonders gut. Brennweiten zwischen etwa 15 und 35 mm reichen völlig aus, um sowohl die Lichtinstallation als auch die Landschaft einzufangen.
Mit kurzen Brennweiten lässt sich der große Himmel gut in die Bildgestaltung einbeziehen.
Interessante Motive
Neben der Lichtskulptur bieten auch andere Elemente der Halde spannende Motive:
- die geschwungenen Wege der Serpentinen
- die Treppen auf dem Weg zum Gipfel
- der weite Rundumblick über das Ruhrgebiet
- die minimalistische Wirkung der Skulptur vor dem Himmel
Zeit für Perspektiven nehmen
Die Halde wirkt zunächst sehr offen und ruhig. Gerade deshalb lohnt es sich, ein wenig über das Plateau zu gehen und unterschiedliche Blickwinkel auszuprobieren.
Oft entstehen die interessantesten Bilder nicht direkt neben der Skulptur, sondern mit etwas Abstand, wenn sich Landschaft und Himmel stärker in die Bildkomposition einbeziehen lassen.

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