Bislicher Insel

19. Mai 2021

Die wunderschöne Landschaft des Naturschutzgebiets Bislicher Insel am Niederrhein bietet dem Naturliebhaber auf einer Fläche von mehr als 1.000 Fußballfeldern eine der wenigen noch vorhandenen Auenlandschaften Deutschlands. Naturfotografen finden hier zu jeder Jahreszeit interessante Motive – insbesondere für Vogelfotografen hat das Gelände praktisch zu jeder Jahreszeit eine Menge zu bieten. 

Kommt mit auf einem kleinen Rundgang über die Insel.

Wir starten unseren Besuch am NaturForum Bislicher Insel, das sich in einem ehemaligen Gehöft, dem Eyländer Hof, in der Mitte der Insel befindet. Hier kann man nach vorheriger Anmeldung Führungstermine für Gruppen vereinbaren sowie insbesondere auch die Dauerausstellung „Auenlandschaften“ besuchen. Im NaturForum erfahren wir, dass die Bislicher Insel jedes Jahr aufs Neue vom Rhein überschwemmt wird, weshalb extra die Deiche verlegt wurden. So kann der Strom sich wieder über die Auen ausbreiten und in Hochwasser-Zeiten romantische Wasserlandschaften bilden, die für zahlreiche Wildtiere abwechslungsreiche Lebensräume bieten.

Nach einer kleinen Stärkung im benachbarten Auen-Café beginnen wir unseren Rundgang. 

Wir gehen zunächst vom Besucherzentrum aus die Straße entlang in Richtung Werrich. Schon nach wenigen Metern thront ein Weißstorchpaar auf seinem Nest und beschützt und bewacht ihren Nachwuchs. Von der Straße aus lässt sich das Paar gut fotografieren. Ein wenig weiter entlang der Straße fällt eine große Zahl von Menschen auf, die ihre Ferngläser und Kameras auf zwei kleine Teiche gerichtet haben. Je nach Jahreszeit gehören hier Rotschenkel, Schwäne und Enten sowie diverse Singvögel zu den beliebten Fotomotiven – allerdings leider in relativ großer Entfernung. Man braucht hier für halbwegs gute Fotos schon ein starkes Teleobjektiv und besser auch einen Konverter.

Wir gehen zurück, wieder am Besucherzentrum vorbei und dann links in eine kleine, unbefestigte Straße und gelangen nach einigen hundert Metern an eine Kreuzung mit Abzweigungen zu zwei Beobachtungshütten. Es handelt sich um massive, überdachte Holzhütten, die einen guten Sichtschutz bieten. Gleich drei Fotografen drängen sich mit beeindruckenden Objektiven in der ersten Hütte. Wir gesellen uns hinzu und finden auch schnell Anschluss. Gerd, ein alter Hase unter den Naturfotografen, berichtet uns wortreich nicht nur von  seinen Shooting-Erfolgen, sondern erklärt uns auch, was sich unseren Augen auf dem Gewässer und an den angrenzenden Ufern bietet: neben Enten, Gänsen und Schwänen finden wir Kiebitze, Reiher und Haubentaucher. In den Wintermonaten, von November bis März, lässt sich auch der Seeadler in dem Bereich gut beobachten. Überhaupt: der Winter scheint noch einmal einen ganz besonderen Reiz auf die Bislicher Insel auszuüben. Arktische Wildgänse zum Beispiel fliegen zum Überwintern ab Oktober zu Tausenden hier ein und laden zu einer besonderen Fotopirsch ein.

Wir ziehen weiter, einige Kilometer des Weges entlang und vorbei an wenigen alten Gehöften. Am Ende der Straße verengt sich die Wegführung und nach wenigen weiteren Metern gelangen wir an die dritte Schutzhütte. Auch hier finden wir ideale, weil einsame und vom Rest der Welt abgeschottete, Verhältnisse vor.  Das Friedvolle dieser Landschaft, die Stille, das Ungestörte faszinieren uns.      

Der Weg endet hier, mit anderen Worten: spätestens hier stellen wir fest, dass die Bislicher Insel eigentlich keine Insel ist, sondern eine Landzunge, die sich zwischen der Altrheinschleife und dem Rhein befindet. Wir gehen daher zurück zum Naturforum, wo unsere kleine Wanderung auf der Bislicher Insel endet.

Essentials:

  • Adresse NaturForum: Bislicher Insel 11, 46509 Xanten. Dort stehen auch Parkplätze zur Verfügung.
  • Öffnungszeiten: das Gelände der Bislicher Insel ist ganzjährig geöffnet, das NaturForum hat allerdings besondere Öffnungszeiten, die den Angaben auf der Homepage entnommen werden können (www.naturforum-bislicher-insel.de).
  • Fotografische Ausrüstung: man kommt um ein möglichst lichtstarkes Objektiv mit langer Brennweite nicht umhin. 500 mm bei f4 sind ideal, allerdings hat bei uns auch das Nikon Zoomobjektiv 200-500 mm f5,6 sehr gute Dienste geleistet. Auch wenn es in den Beobachtungshütten gute Auflegemöglichkeiten gibt, würde ich gleichwohl die Mitnahme eines Stativs empfehlen. Für beschauliche Landschaftsaufnahmen am frühen Morgen oder im Fünf-Uhr-Licht lässt sich darüber hinaus an die Mitnahme eines ND-Filters denken.

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